Der Playa el Agua, mit seiner 2,8 Km Länge, ist eines der Aushängeschilder Nr.1 des Ferienparadieses Isla Margarita. Hohe Palmen, weisser Strand und meist türkisfarbenes Wasser mit einer leichten Brandung...!
Dies können wir in fast allen Reiseführern nachlesen, aber was ist wirklich so besonders am Playa el Agua? In vielen Urlaubsländern ist die Unterhaltung nicht gerade dort wo auch die
Hotelanlagen sind, welches wegen der Ruhestörung auch seine Vorteile hat. Der Playa el Agua bietet auf ziemlich dichten Raum alles: Strand, Shops, Restaurants, Beach-Discos und nette Hotels - so dass ein Taxi oder Leihwagen sich erübrigt. Auch die Service-Angebote wie: Supermarkt, Apotheke, Wäscherei, Auto/Motorrad- Vermietung, Wechselstuben und Geldautomaten bieten dem Playa el Agua Besucher einen Komfort wie er ihn nur aus den Städten kennt.
In sich selber ist der Playa el Agua schon zu einem grösseren Dorf zusammen gewachsen. Das Dorf La Mira, welches an der Hauptstrasse oberhalb vom Playa el Agua gelegen ist, grenzt fast schon an das Nachbar Dorf Manzanillo im Norden der Insel an. Dort befinden sich die ganzen privaten Ferienhäuser und kleinen Pensionen, während zum Strand hin die grösseren 3-4 Sterne Hotels liegen.
Anfang der 90er gab es nur ein paar Hotels am Playa el Agua und Ferienhäuser fast gar nicht. An dem 2,8 Km langen Strand befanden sich nur ein paar bessere Fisch-Buden und 3-4 nettere Restaurants. Da die Bebauung noch nicht so weit wie heute war, konnte man die "Strand-Meile" in wenigen Minuten ablaufen. Heute findet man bis fast am Ende des Strandes noch die ein oder andere Fisch-Bude ( wo der Fisch schon seit langem dem Hamburger weichen musste). Die meisten Buden wurden Anfang 94 von der Regierung abgerissen oder die Besitzer dieser Buden haben sie zu Restaurants umgewandelt (Sanitäre- Einrichtungen installiert). Auch die
idyllischen kleinen Sonnenschirme aus Palmenwedel mussten aus Hygiene-Gründen (Parasiten) abgerissen werden, dafür kamen dann die mit Reklame jeglicher Art strotzenden Sonnenschirm - Batterien. Schirm neben Schirm, und in der Hauptsaison 2,3, bis vierreihig. Der Playa el Agua boomte!
Nach und Nach änderte sich der Charakter des Playa el Aguas, wo einst kleine Musik-Bands im Calipso, Reggae oder Salsa Stil in den Restaurants spielten - dröhnten jetzt 1000 Watt mit Europäischer- Discomusik in den "Strandbars". Eine Beach-Party konkurrierte mit der Anderen, die Hotels beschwerten sich über des Lärmes. Eine Lösung musste gefunden werden, für den Erholungssuchenden sowie für den Nachtschwärmer! Am Rande des Playa el Aguas wo
es weniger grosse Hotels gab wurden grosse Discotheken eröffnet. Air-Condition, 3000 Watt-Boxen und Getränke aus Plastikbechern. Wie sollten diese Kühlschränke mit den Stranddiscos konkurrieren können, selbst als man die Airco runtergedreht hat und den Sand vom Strand mit LKWs in die Discos gebracht hatte, haben diese immer noch kein Chance gehabt.
Die Discos verschlossen die Türen und das Chaos kehrte an seinem Platz zurück. Hoteliers und Regierung mussten sich mit den Restaurantbesitzern einigen. Nur wenige Restaurants und Bars bekamen eine Genehmigung laute Musik zu spielen, die meisten durften schon um 1 Uhr Nachts das Feiern beenden. So mussten die Quartals-Trinker ein wenig schneller ihre Becher leeren oder sich mit einem Taxi in die Stadt bringen lassen, wo es dann noch bis zum frühen Morgen weiter ging.
Das brachte den Pub`s und Discos der Stadt Porlamar eine Menge mehr Kundschaft. Discotheken und Musikkneipen schossen fast über Nacht aus dem Boden. Die Animateure der grossen Hotels am Playa el Agua fuhren Busseweise die aktionslustigen Touristen zu den Discotheken. Das Nachtleben am Playa el Agua schlief ein! Nur wenige Bars überlebten diese Ebbe, der Kundenkreis dieser änderte sich auch: Playa el Agua wurde zur Sex und Drogen -Szene!
Erst mit der neuen Regierung zum Ende der 90er wurden Öffnungszeiten, Alkohol-
Lizenzen so wie das Alter der Besucher kontrolliert. Selbst der Urlauber war bei Personenkontrollen nicht verschont geblieben, und wer keinen Pass mit dabei hatte durfte Löhnen oder kurz mal mit dem Streifenwagen fahren (spätestens dort durfte der Urlauber dann doch bezahlen). Strand-Feten wurden ganz verboten, die Polizei patroulliert mehrfach am Abend die Strand-Bars ab, dunkle Gestalten wurden gleich ausgesondert und die Bekannten "Spitzbuben" standen unter Beobachtung.
Heute hat sich das Nachtleben des Playa el Aguas auf 2-3 Bars reduziert, die
restlichen Restaurants bieten wieder tagsüber Sonnenliegen und leckeren Fisch an. der Boulevard wird saubergehalten (vom Müll und von Spitzbuben). Einige Restaurants bieten sogar Sport-TV und Kinderspielplatz, so dass die ganze Familie den Strand geniessen kann. der Playa el Agua ist wieder idyllisch, mehr und mehr kleine Restaurants entstehen. Auch die Hotels bauen an - der Playa el Agua ist wieder das Aushängeschild Nr.1
- Jörg Gessner, SDM Team
